Swiss Asset Management Study 2026
Die Schweizer Asset-Management-Industrie festigt ihre Position als zentraler Pfeiler des Finanzplatzes und der Schweizer Volkswirtschaft weiter. Mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 6% erreichten die in der Schweiz verwalteten Vermögen nahezu CHF 3,8 Billionen. Damit baute das Schweizer Asset Management seine Position als drittgrösster Standort Europas aus. Gleichzeitig zeigt die Swiss Asset Management Study 2026 auch klar: Die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts kann nicht mehr als selbstverständlich betrachtet werden.
Die von der ÍøÆØ³Ô¹Ï (ÍøÆØ³Ô¹Ï) gemeinsam mit zeb consulting erstellte Studie analysiert die strukturelle Entwicklung der Schweizer Asset-Management-Industrie, ihre Wettbewerbsfähigkeit sowie die strategischen Herausforderungen für die kommenden Jahre.
Schweizer Asset Management: stark positioniert – aber zunehmend exponiert
Die Studie zeigt, dass die Schweizer Asset-Management-Industrie weiterhin robust wächst; im Jahr 2025 betrug das Wachstum 8,2 %. Gleichzeitig wird das Marktumfeld anspruchsvoller: steigende regulatorische Komplexität, wachsender Margendruck, höhere operative Kosten und zunehmende Skaleneffekte verändern die Wettbewerbsdynamik der Branche fundamental.
Besonders deutlich wird dies bei der Marktstruktur: Die grössten Anbieter gewinnen weiter Marktanteile. Die 10 grössten Asset Manager in der Schweiz erreichten per Ende 2025 einen Marktanteil von 44%; 2021 waren es noch 37% gewesen. Kleinere und mittelgrosse Asset Manager geraten zunehmend unter Druck, ihre operative Effizienz zu steigern und sich stärker zu differenzieren.
Die Studie zeigt zudem, dass das Wachstum der Branche heute stark von der Entwicklung der Finanzmärkte abhängig ist – insbesondere vom globalen Technologie- und KI-Boom. Nettoneugeldzuflüsse bleiben dagegen im internationalen Vergleich vergleichsweise tief. Dies erhöht die Abhängigkeit der Branche von Marktbewegungen und macht das Gewinnen neuer Kunden und Märkte zu einer strategischen Priorität.
Internationale Wettbewerbsfähigkeit wird zum strategischen Imperativ
Rund ein Drittel der in der Schweiz verwalteten Vermögen stammt von ausländischen Kunden. Damit ist das Schweizer Asset Management eine bedeutende Exportindustrie. Die Studie macht deutlich: Zukünftiges Wachstum wird wesentlich davon abhängen, ob die Schweiz ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit und ihren Zugang zu ausländischen Märkten stärken kann.
Dazu gehören:
- wettbewerbsfähige regulatorische Rahmenbedingungen,
- international kompatible Regulierung,
- verbesserter Marktzugang,
- sowie ein klareres politisches Bekenntnis zum Finanzplatz Schweiz.
Die Studie verweist darauf, dass führende Finanzzentren wie die USA, Grossbritannien oder Singapur ihre Finanzindustrien aktiv als strategische Wachstumsbranchen fördern. Die Schweiz müsse ihre internationale Position ebenfalls aktiver stärken, um langfristig attraktiv und wettbewerbsfähig zu bleiben.
Technologie und Private Markets verändern die Branche
Gleichzeitig befindet sich die Asset-Management-Industrie mitten in einer technologischen und strukturellen Transformation. Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Tokenisierung verändern Geschäftsmodelle, Wertschöpfungsketten und Kundenerwartungen grundlegend.
Ein besonderer Fokus der Studie liegt zudem auf Private Markets. Die Analyse zeigt, dass alternative und private Anlageklassen zunehmend an strategischer Bedeutung gewinnen. Sie bieten Asset Managern Potenzial für zusätzliche Nettoneugeldzuflüsse, höhere Differenzierung und resilientere Ertragsmodelle in einem Umfeld sinkender Margen im traditionellen Geschäft.
Schweiz bleibt europäische Top-Destination für Asset Management
Trotz der strukturellen Herausforderungen bestätigt die Studie die starke internationale Position des Schweizer Asset Managements.
Die Kombination aus Stabilität, Expertise, Innovationskraft und internationaler Vernetzung bleibt ein zentraler Wettbewerbsvorteil des Standorts Schweiz. Gleichzeitig zeigt die Studie aber auch klar: Der zukünftige Erfolg der Branche wird stärker als bisher von Innovation, internationalem Marktzugang und wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen abhängen.